Ob das Projekt an sich jetzt sinnvoll und nötig ist, kann ich nicht beurteilen. Dafür habe ich von der Situation in Stuttgart und den zu erwartenden Fahrgastzahlen zu wenig Ahnung.
Was ich allerdings fraglich finde, ist die ungeheure Summe, die für ein Prestige-Projekt ausgegeben wird. Hier hätte es vielleicht auch ein zweckdienlicher, schlichter und eventuell überirdischer Bahnhof getan. Das hätte sicher mehrere Milliarden gespart. Aber man muss sich ja auch ab und an mal ein Denkmal setzen...
Was mir allerdings auffällt, ist dass das Projekt schon seit mehreren Jahren in der Planung ist. Das ist seit Jahren zumindest für die, die sich dafür interessieren, bekannt. EIn Projekt in der Größenordnung wird über Jahre geplant und durchläuft Jahrelange Genehmigungsverfahren. Hier war im Vorfeld genug Zeit zu protestieren. Hat aber keiner getan. Jetzt ist mit dem Projekt angefangen worden. Dass die Arbeiten jetzt noch abgebrochen werden kann ja wohl kaum jemand ernsthaft glauben. Dafür ist schon viel zu viel Zeit und vor allem Geld in das Projekt geflossen. Wer daran glaubt, Stuttgart 21 noch zu kippen ist genauso ein Träumer wie die, die das Kraftwerk in Datteln oder das Atommüllendlager in Gorleben verhindern wollen.
Das ist in Anbetracht der Unsummen an Geld, die da schon reingeflossen sind einfach unrealistisch.
Die Aussage vom Grube, dass es kein Widerstandsrecht gibt, ist schlicht und ergreifend falsch. Selbstverständlich gibt es in Deutschland das im Grundgesetz verankerte Recht auf freie Meinungsäußerung und Demonstrationen.
Andererseits ist das Projekt nunmal von den entsprechenden Gremien beschlossen und genehmigt worden. Damit steht der Umsetzung nichts im Wege. Auch nicht ein Haufen Demonstranten.
Im Endeffekt ist es einfach zu spät. Das Projekt ist durch und wird umgesetzt. Hätte man was dagegen tun wollen, hätte man schon vor Jahren mit dem protestieren anfangen müssen.
Alle Gesprächsangebote sind jetzt ohnehin nur noch Versuche, die Gegner zu besänftigen.
Das einzige, was in der Sache noch erreicht werden kann und dringend erreicht werden sollte, ist eine radikale Kürzung des Budgets und der Verzicht auf unnötige Luxus-Details. Die ganze Republik soll sparen, dann muss das auch bei solchen Prestige-Projekten passieren.